05.02.2012 ::  Druckversion
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Geschichte der Jamtalhütte



Im Jahre 1882 wurde die erste Jamtalhütte als unbewirteter Sommerstützpunkt für Alpinisten von der Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins (Sitz Stuttgart) erbaut. Die Hütte bot sieben Schlafplätze auf Holzpritschen für Herren und drei Damenlager mit Heu unter dem Dach.

Wegen steigender Besucherzahlen wurde die kleine Hütte 1896 und 1907 erweitert. Während des 1. Weltkrieges war sie geschlossen. In den folgenden zwanziger Jahren setzte vermehrt eine Nachfrage nach Skitouren im Winter ein. Deshalb wurde die Hütte 1929 bis 1932 umfassend modernisiert (Bau Trinkwasserleitung und kleines E-Werk sowie im Haus Einbau einer Warmluftheizung mit Koks). Von 1939 bis 1945 lag die Hütte im Grenzsperrgebiet zur Schweiz. Sie war vom Zollgrenzschutz besetzt und daher geschlossen.

1946 begann wieder ein zaghafter Tourenbetrieb. Alle deutschen Hütten in Österreich gehörten aber bis 1955 den Alliierten. Ein im selben Jahr zwischen diesen und Österreich abgeschlossener Staatsvertrag ermöglichte jedoch die Rückgabe der DAV-Hütten an ihre ursprünglichen Eigentümer.

Der stark wachsende Besuch machte den Bau eines weiteren Schlafhauses mit neuer Küche und die Vergrößerung des E-Werkes erforderlich (1958 bis 1961). Die Versorgung der Hütte geschah im Sommer bis 1958 mit Tragtieren oder Zugpferden, danach mittels Kleinschlepper oder Geländefahrzeugen. Im Winter mussten die jeweiligen Pächter bis 1962 alle Versorgungsgüter per Ski auf dem Rücken von Galtür herauftragen. Dann gab es die ersten Überschneefahrzeuge.

Vermehrter Tourenbetrieb sowohl im Sommer wie im Winter führte immer mehr zu Überbelegungen der Hütte. Alle alten Bauteile wurden deshalb, und wegen ihrer Baufälligkeit, 1978 abgebrochen, und 1979 ein neues Schlafhaus („Dr. Eugen-Heinz-Haus“), eine neue Wasserver- und -entsorgung und eine verbesserte Zufahrt gebaut. Von da an war die Jamtalhütte ständiges Ausbildungszentrum des DAV Summit Clubs, dem Bergreiseveranstalter des Deutschen Alpenvereins. In den Jahren 1992/1993 wurde das 1961 in Betrieb genommene alte Schlafhaus („Robert-Leicht-Bau“) modernisiert.

Am 22. Februar 1999 beschädigten zwei Staublawinen (Abgänge vom Augstenberg, Pfannknecht und Westlichem Gamshorn) die Hütte an der Ost- und Südostseite stark. Menschen kamen nicht zu Schaden. Einen Tag später starben bei der verheerenden Lawinenkatastrophe in Galtür 31 Menschen, darunter die beiden Wirtinnen der Jamtalhütte, Hildegard und Edith Lorenz. Dank einer konzertierten Aktion der Eigentümersektion Schwaben des DAV und der Hüttenwirtsfamilie Lorenz wurde die Jamtalhütte im Sommer 1999 in nur 4 ½ Monaten nach den Plänen von Baumeister Spiß, Kappl/Tirol, instandgesetzt, und durch umfangreiche Um- und Zubauten nach menschlichem Ermessen lawinensicher gemacht. Weitere Instandsetzungsmaßnahmen erfolgten 2003 bis 2006.

Textfassung: Herbert Aupperle

 

Die bisherigen Hüttenwarte:

1882-1907  Rudolf Mohl

1907-1918  Anton Entreß

1919-1930  Hermann Heimberger

1930-1933  Dr. Friedrich Weiß

1933-1947  Dr. Otto Frank

1949-1975  Karl Stockinger

1975-1983  Heinz Roller

1983-1993  Hermann Klotz

1994-2006  Herbert Aupperle

 

Die bisherigen Hüttenwirte:

1882-1883  Rößlewirt Mattle

1883-1902  Ignaz und Gottlieb Lorenz

1902-1908  beaufsichtigt

1908-1956  Albert Lorenz

1956-1995  Franz Lorenz

seit 1995  Gottlieb Lorenz

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Zuletzt geändert:  08.03.2008
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